Räumungsübung

Planung von Räumungsübungen

Planung von Räumungsübungen

Im Sinne eines wirkungsvollen betrieblichen Brandschutzes kommt der Überprüfung der gesetzten Ziele eine hohe Bedeutung zu. Daher sollten in regelmäßigen Abständen Räumungsübungen durchgeführt werden, deren Ziel ist es, Mängel in der Brandschutzorganisation aufzudecken und das Verhalten der Personen im Gebäude nach einer Alarmierung gemäß den Vorgaben der Brandschutzordnung zu trainieren.

Planung_Räumungsübung

Nach Inkraftsetzung der Brandschutzordnung empfiehlt es sich, grundsätzlich drei Räumungsübungen im Abstand von drei bis vier Monaten durchzuführen. Zu diesem Zeitpunkt ist zu berücksichtigen, dass die Mitarbeiter Verhaltensregeln und Handlungsanweisungen für den Brandfall erst noch kennenlernen und verinnerlichen müssen.

Die erste Räumungsübung dient dazu, die Regeln der Brandschutzordnung durch die Mitarbeiter umzusetzen. Somit liegt das Ziel der ersten Übung nicht in der Reduzierung der realen Räumungsdauer.

Der Zeitpunkt der ersten Räumungsübung wird den Personen im Gebäude bekannt gegeben. Somit erhalten alle Personen die Möglichkeit, sich im Vorfeld über die festgelegten Verhaltensregeln zu informieren.

Anschließend wird der Räumungsablauf ausgewertet. Auf Grundlage der hieraus gewonnenen Erkenntnisse ist es zu empfehlen die Mitarbeiter, besonders die Brandschutz- und Evakuierungshelfer, weitergehend zu schulen.

Nach Verstreichen der oben genannten drei bis vier Monate empfehlen wir eine zweite Räumungsübung durchzuführen, bei der lediglich die Kalenderwoche bekannt gegeben wird. Ziel dieser zweiten Übung ist es, das Gelernte zu vertiefen und zu prüfen, wo Mängel in der Organisation vorliegen.

Nach weiteren drei bis vier Monaten empfehlen wir dann eine dritte, unangekündigte Räumungsübung durchzuführen.

1.Räumungsübung

Beobachter

Bei der Planung ist zu berücksichtigen, an welchen Stellen innerhalb und außerhalb des Gebäudes Beobachter positioniert werden, um ein möglichst großes Spektrum an Eindrücken und Informationen zu erhalten. Bei der ersten Räumung sollten sich die Beobachter erfahrungsgemäß auf wichtige Kriterien beschränken.

Dazu zählen:

  • Wie wird geräumt? (geordnet oder ungeordnet)
  • Reagieren alle Mitarbeiter auf den Räumungsalarm?
  • Ist die Alarmierung zu hören?
  • Wie reagieren die Räumungshelfer?
  • Finden die Mitarbeiter den Sammelplatz?
  • Wie verhalten sich die Mitarbeiter am Sammelplatz?
  • Wie erfolgt die Ermittlung der Anwesenheit am Sammelplatz?
  • Haben die technischen Alarmierungseinrichtungen funktioniert?
  • Wie haben sich Nichtbetriebsangehörige verhalten?

Der Einsatzort der Räumungsbeobachter sollte von dem Planungs- und Organisationsteam gut gewählt werden. Als Beobachtungsstandorte bewährt haben sich Sammelplätze, Treppenräume in der Nähe von Aufzügen, Aufenthalts- und Sozialräume sowie Produktionshallen Standorte, an denen eine gute Rundumsicht möglich ist. Die Beobachter bearbeiten einen vorgefertigten Fragenkatalog, welcher jedoch auch die Möglichkeit beinhaltet, besondere Beobachtungen zu vermerken. Dabei ist die Aufgabe des Beobachters nicht, nur Negatives zu vermerken, sondern auch Positives zu notieren.

Räumungsübung

Neben den Räumungsbeobachtern gibt es weitere Personen mit Sonderaufgaben. Hierzu zählen beispielsweise der Brandschutzbeauftragte oder Sicherheitsdienst sowie die Fachkraft für Arbeitssicherheit. Diese Personen sollten sich einen Überblick über die Gesamtsituation verschaffen und sich eventuell zusätzlich zu den Beobachtern an markanten Punkten (z.B. BMZ) während der Räumung positionieren.  

Dokumentation

Es ist wichtig, möglichst viele Informationen zu dokumentieren. Als Anhaltspunkte bei der Dokumentation dienen die Antworten auf die oben genannten Fragen. Die Ergebnisse der Räumungsübung werden im Rahmen der nächsten Brandschutzunterweisung aufgegriffen, gemeinsam mit der Belegschaft werden dann Optimierungsmöglichkeiten in der Organisation des Räumungsablaufes ermitteln.

Vor- und Nachbesprechung

Als gute Einrichtung bei der ersten Räumungsübung hat sich die Vorbesprechung erwiesen. Daran sollten neben dem Planungs- und Organisationsteam die Beobachter, die Räumungshelfer, ein Vertreter der Geschäftsführung, der Brandschutzbeauftragte und bei Bedarf der Betriebs- oder Personalrat teilnehmen. Hier werden die einzelnen Aufgaben und der geplante Ablauf der Räumungsübung besprochen. Im Laufe der Zeit reduziert sich der Teilnehmerkreis, bis letztlich nur noch der Brandschutzbeauftragte mit dem Planungs- und Organisationsteam die Räumung vorab bespricht.

Die Nachbesprechungen hingegen sind hingegen fester Bestandteil einer Räumungsübung. Bei dieser können direkt nach der Räumung positive wie auch negative Punkte besprochen und ausgetauscht werden. Der Teilnehmerkreis besteht mindestens aus dem Planungs- und Organisationsteam, dem Vertreter der Geschäftsführung und den Räumungshelfern.

Durchführung der Räumung

Nachdem die Planungs- und Organisationsphase für die Räumung abgeschlossen ist, sind alle Vorraussetzungen geschaffen, die Räumung durchzuführen. Im Anschluss an die angesetzte Nachbesprechung sind die getroffenen Entscheidungen und Verbesserungen umzusetzen und deren Wirksamkeit bei der nächsten Räumungsübung zu überprüfen. Mit der regelmäßigen Durchführung von Räumungsübungen erhöht sich die Sensibilität der Mitarbeiter und das Fehlerpotential wird nach und nach vermindert, so dass das Unternehmen oder die Einrichtung immer besser auf den Ernstfall vorbereitet ist.

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