Notausgang blockiert

Notausgang blockiert!

Im Brandfall zählt jede Sekunde! Wenn es brennt wollen alle ein: raus! Daher muss der Notausgang schnell zu erkennen und erreichbar sein. Doch was, wenn der Notausgang, wie in den folgenden Beispielen aus unseren Brandschutzbegehungen, blockiert ist?

Notausgang blockiert

Im Ernstfall kann es fatale Folgen haben, wenn die Notausgänge für die Flüchtenden nicht erkennbar oder sogar blockiert sind. Das zeigen Beispiele aus der Vergangenheit, wie das Feuer im Nachtclub „The Station Nightclub“.

Die Brandkatastrophe im Nachtclub The Station ereignete sich am 20. Februar 2003 kurz nach 23:00 Uhr in der Kleinstadt West Warwick (Rhode Island) an der Nordostküste der USA. Obwohl Rettungskräfte innerhalb weniger Minuten an dem Nachtclub eintrafen, kamen infolge des sich schnell ausbreitenden Feuers 100 Menschen ums Leben, weitere 230 wurden verletzt. (YouTube Video: https://www.youtube.com/watch?v=9e_19dUezCQ – Nichts für schwache Nerven).

Im Schadenfall zieht dies strafrechtliche Folgen (u.a. fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung) nach sich.

Doch auch das Blockieren der Notausgänge, ohne Schadensereignis, ist kein Kavaliersdelikt. Seit 2010 wird das nicht freihalten von Flucht- und Rettungswegen als Ordnungswidrigkeit eingestuft und mit einer Geldstrafe von bis zu 5000€ geahndet.

Zudem gilt nach Strafgesetzbuch §145 Abs. 2

„(2) Wer absichtlich oder wissentlich
1. die zur Verhütung von Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr dienenden Warn- oder Verbotszeichen beseitigt, unkenntlich macht oder in ihrem Sinn entstellt oder
2. die zur Verhütung von Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr dienenden Schutzvorrichtungen oder die zur Hilfeleistung bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr bestimmten Rettungsgeräte oder anderen Sachen beseitigt, verändert oder unbrauchbar macht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in § 303 oder § 304 mit Strafe bedroht ist.

Auch im privaten Bereich müssen Notausgänge sicher verwendbar sein. Der Focus berichtet hierzu: „So dürfen z.B. Haustüren von Mehrfamilienhäusern nicht abgeschlossen werden. Das hat das Landgericht Frankfurt am Main entschieden (Az.: 2-13 S 127/12). Die Begründung: Eine verschlossene Haustür behindert den Fluchtweg und kann die Bewohner in Gefahr bringen, wenn sie den Schlüssel nicht gleich parat haben. Der Schutz von Leben und Gesundheit ist aber wichtiger als das Sicherheitsbedürfnis der Bewohner (Focus Artikel). Als mögliche Alternative kann ein Panikschloss in die Haustür eingebaut werden, die es ermöglicht, diese immer von innen ohne Schlüssel zu öffnen.

Und wer trägt im Unternehmen die Verantwortung für den Brandschutz?

Das erfahren Sie in unserem Blogbeitrag Verantwortung im Brandschutz

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