Brandschutzordnung Teil A

Die Brandschutzordnung nach DIN 14096

WIE ERSTELLE ICH EINE NORMGERECHTE BRANDSCHUTZORDNUNG (BSO)?

Das Erstellen einer baurechtlich geforderten Brandschutzordnung ist eine wichtige, und durch den heutigen hohen Anspruch der Behörden eine Aufgabe, die mehr Zeit in Anspruch nimmt, wie anfangs vielleicht gedacht. Nicht für alle Gebäude ist die Erstellung einer Brandschutzordnung bundeseinheitlich vorgeschrieben. So wird beispielsweise in arbeitsschutzrechtlichen Vorschriften die Erstellung einer Brandschutzordnung nicht generell gefordert. In einigen Bundesländern sehen die Rechtsvorschriften konkrete, gemeinsam mit der zuständigen Behörde abgesprochene Brandschutzordnungen für Unternehmen, die meist öffentlich erreichbar bzw. zugänglich sind, vor. Hier finden Sie Unterstützung und Hilfestellung zur Erstellung einer normgerechten und Ihrem Unternehmen spezifisch angepassten Brandschutzordnung.

Effektiver Brandschutz, wozu auch die Brandschutzordnung zählt, kann im Ernstfall Leben retten, schützt  Investitionen und vermindert die Auswirkungen eines Brandes. Der wirtschaftliche und finanzielle Schaden wird in Grenzen gehalten, Brandfolgeschäden werden entsprechend reduziert. Zudem besteht der Vorteil, dass Versicherungen Risiken günstiger bewerten, wenn entsprechende Maßnahmen, wie z.B. eine Brandschutzordnung, vorgewiesen werden können.

Vor Beginn der Erstellung steht man oft vor vielen offenen Fragen:

Was ist eine Brandschutzordnung? Gibt es eine Norm für die Erstellung einer Brandschutzordnung? Wer darf eine erstellen? Was ist der Inhalt? Was ist zu beachten? Hier finden Sie Antworten zu Ihren Fragen.

DEFINITION:

Der vorbeugende Brandschutz besteht aus drei Säulen. Dem baulichen Brandschutz, dem technischen Brandschutz und dem organisatorischen Brandschutz. Der organisatorische oder betriebliche Brandschutz regelt die Abläufe im Unternehmen – wie der Name schon sagt – auf organisatorische Art und Weise, wozu auch die Brandschutzordnung gehört.

Eine Brandschutzordnung, kurz im Fachkreis auch BSO genannt, ist eine spezifisch auf ein bestimmtes Objekt zugeschnittene Zusammenstellung von Regeln für die Brandverhütung und das Verhalten im Brandfall (Brandmeldung, Rettung, Brandbekämpfung).

NORMEN:

Für die richtige Erstellung einer Brandschutzordnung gilt die Norm „DIN 14096; Brandschutzordnung – Regeln für das Erstellen und das Aushängen“.

ERSTELLUNGSBERECHTIGTE:

Jede fachkundige Person hat die Berechtigung eine Brandschutzordnung zu erstellen. Wer ist eine fachkundige Person?  Eine Person, die aufgrund ihrer fachlichen Ausbildung, Kenntnisse, Erfahrungen und Tätigkeiten die ihr übertragenen Prüfungen sachgerecht durchführen und mögliche Gefahren erkennen und beurteilen kann (z. B. ein Brandschutzbeauftragter).

INHALT:

Eine Brandschutzordnung gliedert sich in drei Teile:

Die Brandschutzordnung Teil A besteht aus dem Aushang mit schlagwortartigen Anweisungen beziehungsweise Hinweisen und ergänzenden graphischen Sicherheitszeichen zur Brandverhütung und für das Verhalten im Brandfall.

Die Brandschutzordnung Teil B (für Personen ohne besondere Brandschutzaufgaben) richtet sich an die Personen (zum Beispiel Bewohner, Beschäftigte), die sich nicht nur vorübergehend in einer baulichen Anlage aufhalten.

Die Brandschutzordnung Teil C (für Personen mit besonderen Brandschutzaufgaben) richtet sich an Personen, denen über ihre allgemeinen Pflichten hinaus besondere Aufgaben im Brandschutz übertragen sind (zum Beispiel Brandschutzbeauftragte, Sicherheitsingenieure).

Auszug aus DIN14096:2014-05

Individuelle objektspezifische Erstellung:

Eine Brandschutzordnung für ein Unternehmen wird immer individuell nach den notwendigen Brandschutzmaßnahmen erstellt, die sich anhand der Nutzung, den Gefahren oder aufgrund von speziellen Personengruppen (z.B. Behinderte) ergeben. Aber auch wenn die Brandschutzordnung individuell für ein Gebäude erstellt wird, gibt es Grundsätze, die immer zu beachten sind. Und genau mit dem Erstellen und dem Aushängen der Brandschutzordnung beschäftigt sich die DIN 14096.

ERSTELLUNG TEIL A:

Je nach Art, Nutzung und Größe der baulichen Anlage darf im Ausnahmefall und im Einvernehmen mit der für den Brandschutz zuständigen Dienststelle nur der Teil A erstellt und auf das Erstellen der Teile B und C verzichtet werden.  Auszug aus DIN14096:2014-05

In unserem kostenfreien Download finden Sie hier eine Checkliste für die Erstellung Ihrer Brandschutzordnung Teil A.

Bitte beachten Sie zudem:

Aushang mindestens im Format A4

Sind fremdsprachige Texte erforderlich, empfiehlt die DIN, analoge Aushänge in der erforderlichen fremden Sprache.

Hier finden Sie Teil A kostenfrei zum downloaden in mehreren Sprachen

ERSTELLUNG TEIL B:

Dieser Teil der Brandschutzordnung besteht aus schriftlich abgefassten Hinweisen und Verhaltensregeln zur Verhinderung von Rauchausbreitung, Freihaltung der Flucht- und Rettungswege und Hinweisen zum Verhalten im Brandfall und anderen Gefahren.

Schrift und graphische Gestaltung ist hier freigestellt.

GLIEDERUNG UND INHALT ZU TEIL B:

Laut DIN muss der Inhalt in Abschnitte mit den Überschriften in nachstehender Reihenfolge a) bis m) gegliedert sein. Nicht zutreffende Abschnitte dürfen entfallen, andere Abschnitte sind nicht zulässig.

  1. a) Einleitung;
  2. b) Brandschutzordnung (Darstellung des Teils A (Aushang));
  3. c) Brandverhütung;
  4. d) Brand- und Rauchausbreitung;
  5. e) Flucht- und Rettungswege;
  6. f) Melde- und Löscheinrichtungen;
  7. g) Verhalten im Brandfall;
  8. h) Brand melden;
  9. i) Alarmsignale und Anweisungen beachten;
  10. j) in Sicherheit bringen;
  11. k) Löschversuche unternehmen;
  12. l) Besondere Verhaltensregeln;
  13. m) Anhang.

Abhängig von den örtlichen Gegebenheiten sollte in a) bis m) in der Regel folgendes enthalten sein:

Zu jedem einzelnen Abschnitt ist der exakte Inhalt in der DIN14096 aufgeführt.

HIER MÖCHTE ICH IHNEN EINIGE ZUSÄTZLICHE ZU BEACHTENDE PUNKTE ZU TEIL B MITTEILEN:

In größeren Betrieben kann es notwendig sein, für einzelne Bereiche unterschiedliche Brandschutzordnungen B zu verfassen. Unter Umständen können auch fremdsprachige Übersetzungen erforderlich sein. Fremdsprachige Übersetzungen des deutschen Textes sind zulässig, wenn sie sich vom deutschen Text deutlich abheben.

Ergänzung zu d) Brand- und Rauchausbreitung:

Unter diesem Abschnitt kann auch eine Grundrisszeichnung eingefügt werden, aus der hervorgeht, welche Brand- und Rauchschutzanlagen vorhanden sind. Außerdem muss festgelegt werden, wer befugt ist, Rauch- und Wärmeabzugsanlagen in Tätigkeit zu setzen, bzw. Lüftungs- und Klimaanlagen ausschaltet

Ergänzung zu e) Flucht- und Rettungswege:

Hier müssen Sammelplätze, wenn nicht bereitst definiert, festgelegt und benannt werden.

Ein Sammelplatz ist ein sicherer Anlaufpunkt im Ernstfall, daher sollte er gut durchdacht sein.

Was ist hier zu beachten? Sinnvoll ist es in der Regel da einen Sammelplatz festzulegen, wo eventuell zurückgelassene Personen sofort festzustellen sind. Dieser sollte außerhalb vom Gebäude liegen, in einer sicheren Entfernung von der Gefahrenstelle, wie auch brandlastigen Bereichen oder Gebäuden und möglichst eine befestigte Fläche haben.

Hier finden Sie als Hilfestellung eine Checkliste mit Fragen zu Ihrem Unternehmen über dessen betrieblichen Besonderheiten, sowie der betrieblichen Brandschutzmaßnahmen zur Erstellung von Teil B.

ERSTELLUNG TEIL C:

Die Brandschutzordnung C wird seltener benötigt. Je nach Unternehmen kann es jedoch erforderlich sein, daß ein Brandschutzbeauftragter vorhanden sein sollte, dann sollte auch eine Brandschutzordnung C Nach DIN 14096 Teil 3 vorhanden sein.

GLIEDERUNG UND INHALT ZU TEIL C:

Laut DIN muss der Inhalt wie in Teil B in Abschnitte mit den Überschriften in nachstehender Reihenfolge a) bis h) gegliedert sein. Nicht zutreffende Abschnitte dürfen entfallen, andere Abschnitte sind nicht zulässig.

  1. a) Einleitung;
  2. b) Brandverhütung;
  3. c) Meldung und Alarmierungsablauf;
  4. d) Sicherheitsmaßnahmen für Personen, Tiere, Umwelt und Sachwerte;
  5. e) Löschmaßnahmen;
  6. f) Vorbereitung für den Einsatz der Feuerwehr;
  7. g) Nachsorge;
  8. h) Anhang.

Abhängig von den örtlichen Gegebenheiten sollte in a) bis h) in der Regel folgendes enthalten sein:

Zu jedem einzelnen Abschnitt ist der exakte Inhalt in der DIN DIN14096 aufgeführt.

HIER MÖCHTE ICH IHNEN EINIGE ZUSÄTZLICHE ZU BEACHTENDE PUNKTE ZU TEIL C MITTEILEN:

Ist ein Brandschutzbeauftragter im Unternehmen?

Ein Brandschutzbeauftragter ist eine vom Arbeitgeber schriftlich beauftragte und speziell ausgebildete Person, die in einem Unternehmen den betrieblichen Brandschutz wahrnimmt. Der Schwerpunkt der Tätigkeit liegt dabei beim vorbeugenden Brandschutz.

Verfügt der Arbeitgeber über keinen eigenen Brandschutzbeauftragten oder kann keine eigene Mitarbeiter ausbilden, ist ein externer Brandschutzbeauftragter zu beauftragen.

Sie möchten Ihre Mitarbeiter oder sich selbst zum Brandschutzbeauftragten ausbilden? Dann Informieren Sie sich hier.

Sind Brandschutzhelfer benannt? Laut ASR 2.2 ist für Büros eine Anzahl von 5% der Mitarbeiter als Brandschutzhelfer ausreichend. Handelt es sich um andere Arbeitsbereiche soll die Anzahl der Brandschutzhelfer mit einer Gefährdungsbeurteilung ermittelt werden.

Der Brandschutzhelfer ist nicht primär für das Löschen eines Brands zuständig – mit der Ausnahme von Entstehungsbränden, soweit für den Brandschutzhelfer keine Eigengefährdung vorliegt. Der Brandschutzhelfer sorgt darüber hinaus für eine gesicherte Evakuierung des Unternehmens im Falle eines Brandes, fungiert als Einweisung und Ansprechpartner für die Feuerwehr und ist eine wichtige Unterstützung bei dem vorbeugenden Brandschutz im Unternehmen.

Hier finden Sie als Hilfestellung eine Checkliste mit Fragen zu Ihrem Unternehmen über dessen betrieblichen Besonderheiten, sowie der betrieblichen Brandschutzmaßnahmen zur Erstellung von Teil C.

Es empfiehlt sich, die Brandschutzordnung mit der zuständigen, örtlichen Feuerwehr abzustimmen.

Unabhängig von der aufgenommenen Pflicht, die Brandschutzordnung mind. alle zwei Jahre auf Aktualität zu prüfen, gilt die Pflicht, diese stets auf einem aktuellen Stand zu halten. Dies bedeutet, wenn es zu Änderungen oder Ergänzungen hinsichtlich der Brandschutzmaßnahmen (Unternehmensablauf order bauliche Anlagen) kommt, die Brandschutzordnung umgehend zu überarbeiten ist.

Die Mitarbeiter sind über die Inhalte der Brandschutzordnung zu unterweisen, ferner ist ihnen die Brandschutzordnung auszuhändigen. Damit gewährleistet ist, dass die Mitarbeiter stets über die aktuelle Brandschutzordnung verfügen, empfiehlt sich eine schriftliche Bestätigung der Unterweisung und der Aushändigung von jeder einzelnen Person.

Übergangsregelung zu den Sicherheitszeichen DIN 4844-3 (veraltete Norm/Vorschrift) und DIN ISO 23601 (aktuelle Norm/Vorschrift):

Es gibt z.T. erhebliche Unterschiede bei den Bildzeichen zwischen den alten und aktuellen Vorschriften für die Sicherheits- und Gesundheitskennzeichnung in Gebäuden. Kommt der Verantwortliche (Arbeitgeber, Betreiber usw.) im Rahmen einer Gefährdungsanalyse zum Ergebnis, dass die vorhandenen Rettungs- und Brandschutzzeichen gem. DIN 4844-3 vorläufig bleiben können, ist zu beachten, dass innerhalb eines Gebäudes alte und neue Zeichen nicht vermischt angebracht werden dürfen und die Bildzeichen in der Brandschutzordnung den im Gebäude angebrachten Zeichen entsprechen müssen.

Alle sagten: Es geht nicht. Da kam einer, der das nicht wusste und tat es einfach.(Goran Kikic)

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